25 Jahre Standort in Lengenwang

Anton Kelz berichtet

Die Firmengründung war 1990 von Thomas Settele und mir am Standort Engelbolz in der Gemeinde Seeg. Da im Bauernhof in Engelbolz der Platzbedarf nicht mehr ausreichte, suchten wir eine neue Bleibe, die schlussendlich auf den heutigen Standort in der Gemeinde Lengenwang gefallen ist. Die Planungsphase auf der grünen Wiese erwies sich als sehr kompliziert, da die Umsetzung der behördlichen Auflagen sehr aufwändig war. Nach unserer Kosten- und Terminplanung konnte dann endlich am 19. April 1997 mit dem Spatenstich am Kugelberg der Bau einer Halle mit Bürogebäude begonnen werden. Auch dies erfolgte unter Einschränkungen. Beispielsweise war noch eine Hochspannungsleitung über der Baustelle, wodurch kein Kran genutzt werden konnte. Die Stromversorger hatten trotz zwei jähriger Vorlaufzeit diesen Strommasten noch nicht verlegt.

Thomas Settele und Anton Kelz vor CAD-Zeichnungen

Des Weiteren brach genau an dem Tag, als die Schubraupe den kompletten Humus für den Neubau entfernt hatte, der bisherige größte Kunde der Firma weg. Da kamen Zweifel bei uns auf: Einerseits bricht der beste Kunde weg – andererseits investieren wir in eine massive Firmen-vergrößerung. Wie soll das zusammenpassen? Was tun – Bau wieder einstellen?

 

Unser Gedanke: Nein, das war nicht unser Plan! Wir gingen das Problem an und suchten neue Kunden. Zu unserem großen Glück fand sich ein toller Mensch, der unser Problem erkannte und uns genau zu diesem Zeitpunkt mit einem Großauftrag unterstützte.

 

Wenn zu diesem Zeitpunkt nicht Familie Settele, die Familie meiner Frau, meine eigene Familie und unsere damals 10 Mitarbeiter nicht so tatkräftig hinter uns beiden Geschäftsführern gestanden hätten, wäre am heutigen Standort wahrscheinlich immer noch eine grüne Wiese. Für diesen unermüdlichen und ausdauernden Einsatz möchte ich allen Beteiligten an dieser Stelle meinen herzlichen Dank sagen.

 

Herbert Epple, heutiger Prokurist der K&S Anlagenbau GmbH und Geschäftsführer der KELZ Produktionstechnologie GmbH war einer dieser Mitarbeiter der ersten Stunde:

 >>Mit der ersten Begegnung im Jahre 1993 und bis zum heutigen Tag war immer die familiäre und gemeinschaftliche Umgangsweise sehr präsent. „Arbeiten im Team“ hatte ich mir genauso vorgestellt, verbunden mit betrieblichen neuen Aufgaben und Herausforderungen. Während der letzten Jahre wurde mir immer mehr bewusst, wie groß der Mut, das Menschenvertrauen und die Motivation meiner „Chefs“ mit ihren Familien damals war. Vielen Dank hierfür. Ich kann mich noch sehr gut an den Aufkleber „Geht nicht, gibt‘s nicht“ auf einer der ersten Fertigungsmaschinen erinnern. Ich denke, der Spruch beschreibt uns ganz gut. Nochmals vielen Dank. <<

Baubeginn 1997

Markante Eckpunkte der Firmengeschichte resultierten aus unserem Anspruch, Produkte zu entwickeln, die es so am Markt nicht gibt, nicht vergleichbar sind, um somit Alleinstellungs-merkmale zu erlangen. Schon im Jahr 2002 wurde eine zweite Halle benötigt und gebaut.

 

Schon damals wurde es zunehmend wichtiger, moderne Software zur Steuerung und Regelung unserer Anlagen zu entwickeln und einzusetzen. Dies war der Zeitpunkt, als Stefan Kirchbihler, heute ebenfalls Prokurist bei der K&S Anlagenbau GmbH, ins Unternehmen einstieg:

 >>Als die erste Halle von K&S gebaut wurde, ging ich noch zur Schule. Ich war riesig enttäuscht, als der Ski- und Rodelhang aus meiner Kindheit nun zugebaut wurde. Damals konnte ich noch nicht ahnen, wie viele Leute hier arbeiten werden und dass ich selbst einmal genau hier tätig werde. Für mich war dies ein Sinnbild dafür, dass immer wieder Altes, Vertrautes aufgegeben werden muss, damit etwas Neues, Zukunftsorientiertes entstehen kann. Heute schätze ich es enorm, in kurzer Distanz als Firma hoch qualifizierte Arbeitsstellen anbieten zu können. Ich denke, dass eine erfolgreiche Entwicklung von Industrie & Handwerk mit eine der Grundvoraussetzungen dafür ist, dass sich ein Dorf und eine Region weiterentwickeln kann und für unsere Kinder und Enkel lebenswert bleibt. <<

Ansicht Halle 1 und Halle 2

Die K&S Anlagenbau GmbH orientiert sich grundsätzlich am Markt, also an unseren Kunden – und nicht an potenziellen Mitbewerbern. Ein großes Ziel ist dabei, die Wertschöpfungskette soweit wie möglich innerhalb des Unternehmens zu halten und stetig auszubauen.

So entwickelte sich die klassische Ausrichtung der Stanz-/ und Biegetechnik weiter, um ebendiese Stanz-/ Biegeteile automatisch weiter zu montieren und die Montagetechnik entstand. Im Jahr 2008 kam die bis dahin zugekaufte Zuführtechnik an Ihre Grenzen und die K&S Zuführtechnik wurde ins Leben gerufen. Hierbei unterstützte auch mein Bruder Gebhard Kelz in großem Maße und trug mit dazu bei, dass ein EU-Patent angemeldet werden konnte.

 

Während mehrerer Wirtschaftskrisen wie z.B. der Finanzkrise 2008/2009 oder der Corona-Krise 2020/ 2021 haben wir unsere Personalpolitik immer auf Kurs gehalten und antizyklisch unsere Investitionen getätigt. Möglich wird dies durch vorausschauende Unternehmenssteuerung, in der regelmäßig Worst- und Best-Case-Szenarien ersichtlich gemacht werden. So konnten rechtzeitig Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

K&S Fertigungslinie

In einer dieser Krisenzeiten wurde die Planung der dritten Halle gemacht. Diese wurde nötig, um unsere Maschinen noch am Standort in Lengenwang vollständig in Betrieb nehmen und die Serienreifmach-ung abschließen zu können.

Auch die Schulung des Kundenpersonals wurde damit ein größerer Stellenwert eingeräumt. Da unsere Technologie inzwischen ein sehr hohes Niveau erreicht, sind Einweisungen und Training ein sehr wichtiger Aspekt, um die Maschinen in stabile Produktions-prozesse zu führen.

 

 

 

Im Jahr 2014 wurde schließlich mit Halle 4 eine moderne Fertigungshalle errichtet, die höchste Ansprüche an Belüftung, Lärmschutz und Arbeitsklima erfüllt. Mitarbeiter verbringen viel Zeit Ihres Lebens am Arbeitsplatz. Daher war es immer unser Ziel, dass man sich hier wohlfühlen kann.

Hallenansicht Juni 2011

Natürlich stellte ich mir als Mensch des Öfteren die Frage: „Warum mache ich das eigentlich?“

Ich sehe es als meine Aufgabe an, die Mitarbeiter, die mich begleiten, in Lohn und Brot zu stellen, damit es ihnen gut geht. Es ist ein schönes Gefühl zu sehen, wie Menschen zusammenhalten, um gemeinsam groß gesteckte Ziele zu erreichen.

 

 

Ein herzlicher Dank gilt dabei meiner lieben Frau Gerlinde, die mich in der kompletten 32jährigen Firmengeschichte jederzeit mit Rat und Tat voll unterstützt und begleitet.

 

Gerlinde Kelz:

>>Einen Mann voller Tatendrang an seiner Seite zu haben ist reizvoll und manchmal anstrengend. Es ist schön zu sehen mit welch einer Begeisterung er seine neuen Ideen umsetzt und vorantreibt. Doch nur mit einer Idee allein ist es nicht getan, es muss auch ein Markt dafür gefunden werden. Ein Unternehmer hängt auch in der Freizeit mit Herzblut an seinem Unternehmen. (Problem-) Besprechungen begleiten uns überall hin.

Nicht selten war die Zeit für die Kinder knapp. Es mussten Kompromisse geschlossen werden oder private Interessen hintenanstehen. Nichts desto trotz hatte für meinen Mann die Familie immer oberste Priorität. Ich bin ganz besonders stolz auf ihn, dass er die Balance der Führung des Unternehmens mit geschickter Hand und gleichzeitig ein fürsorglicher, liebevoller Familienvater zu sein, immer gefunden hat. <<

Feierlichkeiten 2011

Zum Schluss noch ein Blick in die Zukunft der K&S Anlagenbau GmbH:

Das Fortbestehen der Firma und das Wohlergehen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht an oberster Stelle. Wir sind hier verwurzelt und zu Hause. Das ist Heimat. Um dies für die Zukunft möglichst sicher zu stellen, bedarf es ständiger Neuorientierung. Dazu gehört das Treffen von richtigen Entscheidungen in Technologie, Personal, Infrastruktur, Kooperationen, Generationenwechseln und vieles mehr.

 

Ein Zitat von Albert Einstein gefällt mir besonders gut: „Versuche nicht ein erfolgreicher, sondern ein wertvoller Mensch zu werden.“

Meine Interpretation dazu: „Treffe Entscheidungen nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen.“

 

Ich wünsche mir, mich weiterhin auf mein Gespür und Bauchgefühl verlassen zu können und hoffe,

dass auch bei den Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die Menschlichkeit und Werthaltigkeit in den Vordergrund gestellt werden.

 

Euer Anton Kelz

Geschäftsführender Gesellschafter

K&S Anlagenbau GmbH